Über Raum sprechen

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© S. Gstöttner
Raum bauen

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© S. Gstöttner
Figuren Leya und Mato

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© S. Gstöttner
Blindführung

Kriterien

Kategorie: Raumwahrnehmung, Planen (als Prozess)
Aufwand: mittel
Fach: Musisch-kreativ
Alter: 10 – 14
Gruppe: > 15
Dauer: bis 3h
Durchführung: ExpertIn empfohlen

Kurzbeschreibung

Fünf Figuren haben fünf unterschiedliche Ansprüche an Raum. In Form von Kurzgeschichten lernen die Kinder diese Figuren und ihre Bedürfnisse kennen und haben die Aufgabe, für jede Figur ideale Räume zu entdecken und einzurichten. Durch die Beschreibung ihrer Raumerfahrungen und der unterschiedlichen Raumsituationen, erweitert sich der Wortschatz der Kinder, mit dem sie über Architektur und Raum sprechen.

Zielsetzung

Der Workshop unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, Raum bewussten wahrzunehmen, ihre Raumeindrücke zu verbalisieren (in Worte zu fassen) und verschiedene Raumbedürfnisse kennen zu lernen.

Material

Schachteln 500 Stk.
Klebebänder 5 Rollen
Absperrbänder
Elastische Baumwollschnüre
Scheren
Raumbegriffebox
Geschichten und Darstellungen der Figuren

Download

Raumbegriffe Box (pdf 37.8 kB)

Ablauf

1) Raum kennen lernen

Durchführen von Raumspielen:

Raumspiel 1.1: Blindführung
Die Kinder bilden Dreier-Gruppen; der/die Mittlere schließt die Augen; sie/er achtet darauf, was er/sie hört, riecht, fühlt, …

Die beiden anderen führen den/die Mittlere; darauf achten, dass der/die Mittlere nicht zu streng geführt wird; es soll möglich sein, sich alleine ohne die Hilfe der MitschülerInnen zu bewegen (overprotecting vermeiden!!)

Wechsel nach ein paar Minuten, sodass jede/r einmal Blind geführt wird.

Wichtig ist, dass sich die Kinder sich ruhig verhalten und nur flüstern.

Danach Reflexion:

  • Wie ist es euch gegangen?
  • Was konntet ihr spüren, hören, riechen?
  • Wie habt ihr den Raum wahrgenommen?

Raumspiel 1.2: Mein Ort im Raum
Kurze Einführung:

Räume sind nie homogen; jeder Raum ist strukturiert, gegliedert; manche Teile eines Raumes ziehen uns besonders an, manche meiden wir. Diese Übung soll uns bewusst machen, wo unser Wohlfühlort dieses Raumes ist und wo unser No-Go-Ort liegt.

Die Kinder haben die Aufgabe sich im Raum zu bewegen; gehen; hinsetzen, stehen bleiben, …. und den Raum im Raum zu suchen, in dem sie sich am wohlsten fühlen. Wenn alle ihren Wohlfühlort gefunden und eingenommen haben erfolgt die Reflexion:

  • Wieso hast du diesen Ort gewählt?
  • Was gefällt dir besonders an diesem Ort?

Die gleiche Aufgabe mit dem Ziel, den No-Go-Ort zu suchen.

Reflexion:

  • Wieso hast du diesen Ort gewählt?
  • Was ist abstoßend an diesem Ort?

Raumspiel 1.3: Raum spricht mit mir
wozu fordert mich der Raum auf?

Kurze Einführung:

Raum fordert uns auf, uns auf eine bestimmte Art zu verhalten; eine helle, freie Mitte lädt beispielsweise ein, sich in die Mitte des Raumes zu stellen und den Überblick zu behalten; ein Sessel fordert uns auf, Platz zu nehmen oder darunter zu kriechen. Die Übung >Raum spricht mit uns< macht bewusst, was dieser Raum uns sagt.

Die Kinder haben die Aufgabe durch den Raum zu gehen und darauf zu achten, wozu sie der Raum auffordert. Die Aufforderungen werden auf Post-its geschrieben und an den geeigneten Stellen positioniert.

Reflexion:

  • Wozu fordert dich der Raum auf?
  • Weshalb meinst du, fordert dich der Raum dazu auf?
2) Raum beschreiben

mit Hilfe der Raumbegriffebox [siehe download Raumbegriffebox]

Wie würdet ihr den Raum beschreiben?

Stellt euch vor, ihr sitzt beim Abendessen und beschreibt euren Eltern diesen Raum.

In dieser Kiste befinden sich Begriffe/Raumbeschreibungen. Nehmt jene Begriffe aus der Kiste, die auf den Raum zutreffen.

Klebt die Begriffe an jene Stelle, wo sie am besten passen.

3) Raumbedürfnisse kennen lernen

Geschichten vorlesen [siehe download Figuren]

Vorlesen der 5 verschiedenen Charaktere/Figuren mit unterschiedlichen Raumbedürfnissen. Die Figuren werden ausgedruckt, auf Karton aufkaschiert und im Raum aufgestellt.

4) Raum bauen

Gruppeneinteilung: Welche Raumansprüche hast du? Für welche Figur möchtest du einen Raum bauen?

Für jeden Charakter / jede Figur wird in Kleingruppen der ideale Raum gebaut

Wichtig ist die Suche nach dem idealen Platz für den zu errichtenden Raum (Soll der Raum in der Nähe des Eingangs erreichtet werden oder in der Mitte des Raumes, soll er im helleren oder im dunkleren Teil stehen, …).

Vorstellen der Materialien: Schnüre, Schachteln, Stäbe, …

Raum bauen.

5) gebauten Raum beschreiben

Fertigen Raum den anderen vorstellen und noch einmal beschreiben (eventuell wieder mit Hilfe der Raumbegriffebox).

6) Raum bespielen



Dieses Projekt wurde entwickelt von: Sabine Gstöttner und ermöglicht durch: Stadtplanung Wien (MA18, MA19, MA21A)



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