Schultreffpunkt

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Kriterien

Kategorie: Entwerfen, Planen (als Prozess), Raumwahrnehmung
Aufwand: viel
Fach: GEWI, Musisch-kreativ
Alter: 6 – 10, 10 – 14
Gruppe: > 15
Dauer: mehrtägig
Durchführung: ExpertIn erforderlich

Kurzbeschreibung

Planung und Realisierung eines Treffpunkt außerhalb des Schulgebäudes, der für die SchülerInnen die Möglichkeit bietet, sich gemeinsam auf etwas zu konzentrieren oder gemeinsam etwas zu erleben.
Eine gemeinschaftlich erarbeitete Idee wird umgesetzt.
Das Gebaute wird von Kindern geplant. Bei der Umsetzung der Idee fungieren
Erwachsene als Begleiter, Berater und Helfer. Der Bau wird von Professionalisten durchgeführt.

Zielsetzung

Durch tätige Auseinandersetzung mit Werkstoff und Werkzeug elementare Einsichten in den Bereichen Bauen / Wohnen, Technik und Produktgestaltung gewinnen.

Sammeln von Raumerfahrungen, die auch erste Einsichten in den Zusammenhang von Raumgröße, Raumform und Benutzbarkeit anbahnen.

Durch Planen, Herstellen und Anordnen einfacher Raummodelle Einsichten in Nutzung und Ausgestaltung von Innen- und Außenräumen gewinnen.

Durch jahrgangs- und klassenübergreifende Gruppenarbeit Förderung der organisatorischen und sozialen Kompetenz.

Material

Entwurfsphase:
Zeichenstifte, Wasserfarben, Pinsel, Papier
Karton, Holz(stäbe), Ton

Ablauf

 

Beschreibung und Ablauf

Am Anfang stand die Bereitschaft des Direktors, etwas auf dem Schulgelände realisieren zu wollen. Dieses Projekt zeigt exemplarisch,  wie in einer Schul- und Ortsgemeinschaft (als Schulerhalter) ein konkretes Bauvorhaben nach Ideen und Plänen der SchülerInnen unter Einbindung von Eltern und Entscheidungsträgern des Schulerhalters realisiert werden kann.

 

Brainstorming / Entscheidung

Ein Vorhaben finden, das für die SchülerInnen von Bedeutung für das Leben in der Schule ist. Lehrer und Schüler entwickeln Formen, wie  die Wünsche der Schüler ermittelt werden können: z.B. Befragung in den Klassen durchführen und auswerten, anschließend Gespräch  in der Klasse.

Reihung erstellen.

Befragung zuerst in den Klassen, dann im Schulplenum oder in einer Gruppe mit Klassendelegierten.

Ergebnis:Primärer Wunsch war ein „Schultreffpunkt“

 

Nächster Schritt in den Klassen:

Zweck / Funktion(en) klären.

Wofür soll dieser Ort nutzbar sein?

Welche Funktionen soll er bedienen?

 

Vorinformation von Eltern, Schulerhalter wichtig. Rechtzeitige Einbindung stärkt die Bereitschaft zur Kooperation und Unterstützung. Einladung zur Mitwirkung bei der Realisierung (vorhandene Ressourcen nützen).

 

Auswahl des Ortes /Bauplatzes

Aufgabenstellung für die Kinder (in den Klassen):

 

Suche einen Platz auf unserem Schulgelände, an dem du dich gemeinsam mit deinen MitschülerInnen treffen kannst.

Dieser Platz soll genügend Raum für die ganze Klasse bieten.

Er soll so ausgesucht oder geplant sein, dass ihr einander gut sehen und hören könnt.

Es soll etwas Gebautes entstehen.

Fertige zur Erklärung deiner Idee eine Hilfe an. (z. B.: Zeichnung, Modell).

 

Projekttag Modellbau

zur Erarbeitung von Vorschlägen der SchülerInnen.

Bereitstellen von Material, Werkzeug, Arbeitstischen

Einführung und Gruppenbildung: ca. 30 Min.

Arbeitszeit Modellbau:  2—3  Unterrichtseinheiten

Kurzbeschreibung: ca. 20 Min.

 

Einführung durch den Architekten, um einen  klaren Auftrag zu formulieren

Zweck und Funktionskatalog erklären

Modellgröße definieren: Bezugsgröße Mensch als Maßstab

Arbeitsgruppen bilden mit unterschiedlichen Materialschwerpunkten:

Karton, Holz(stäbe), Lehm.

Alters- /klassenübergreifende  Gruppen können die Zusammenarbeit fördern

am Schluss Kurzbeschreibung des Projekts verfassen lassen

(Als Entscheidungshilfe für die Jury).

Gruppengröße: 2— 3 SchülerInnen

 

Hinweis darauf, dass Skizzen und Zeichnungen  vor dem Modellbau nützlich sein können, weil sie helfen, sich in der Gruppe zu verständigen.

 

Aufräumphase

Abschluss: Besichtigung der Modelle. Vorbereitung einer Ausstellung.

Ausstellung der Ergebnisse in der Schule.

Jury durch Abstimmung aller Schüler.

 

Entscheidung im Schulforum

Vorstellung des ausgewählten Projekts in einem Schulforum (Schüler, Eltern, Gemeindevertreter/ Bürgermeister, Architekt).

Bei Bedarf Nachjustieren des ausgewählten Projekts, Einarbeiten von Anregungen.

Ausführung als Arbeitsmodell, von der Siegergruppe anfgefertigt.

 

Bauvorbereitung

Vorhandene Ressourcen erkunden. Organisationsplan erstellen.

Projektpräsentation im Rahmen eines Schulfestes.

Einladen:  alle beteiligten Kinder, alle Eltern, Helfer und Gemeindevertreter eingeladen.

 

Realisierungsphase

Bauplatz abstecken, Vorarbeiten.

Welche Arbeiten müssen von Professionisten geleistet werden, welche können von SchülerInnen übernommen werden?

 

Fest zur Einweihung.

Dokumentation des Entstehungsprozesses präsentieren.

 

Resümee

Da es sich um ein Projekt handelt, das die ganze Schule betrifft, war es uns ein Anliegen, dass auch alle 96 Kinder mit eingebunden werden.

Die Kinder sollen mit Stolz und Recht behaupten können: Das ist unser Treffpunkt!

Am Anfang stand eine offen gewählte, Aufgabenstellung um möglichst viele unterschiedliche Ideen zu erhalten.

Nach einem einführenden Treffen, an dem alle Kinder der Schule teilnahmen, haben die Schülerinnen und Schüler am Projekttag in Gruppenarbeit insgesamt 26 Modelle entwickelt, wie sie sich die Gestaltung des Geländes vorstellten. Diese Modelle waren auch am Elternsprechtag ausgestellt.

Alle Kinder der Schule bildeten schließlich die Jury und stimmten ab, welches Projekt in die Realität umgesetzt werden sollte. Voraussetzungen waren, dass der Treffpunkt für ca. 30 Kinder geeignet ist. Außerdem sollte etwas Gebautes entstehen.

Vorab war klar, dass dasjenige Projekt genommen würde, für das sich die Kinder entscheiden.

Jury: Die Modelle waren auf Schachteln aufgebaut, darauf war ein Papier. Jedes der Kinder hatte drei selbstklebende Herzen zur Verfügung. Für das eigene Projekt durften die Schülerinnen und Schüler nur ein Herz vergeben. Die Kinder waren sehr engagiert bei der Sache dabei. Dass einige Projekte ohne Punkte ausgingen, zeugt davon, dass sie sich dafür einsetzten, das beste und geeignetste Projekt zu realisieren.

Das Siegerprojekt erhielt 35 Punkte. Es war dasjenige Projekt, das auch den größten Zuspruch das Bauausschusses, der Lehrern und Elternvertreter gehabt hätte.

Das Projekt wurde schließlich im Bauausschuss der Gemeinde präsentiert und abgesegnet.

Die Schülerinnen und Schüler haben selbst das Gelände abgesteckt, auf dem mit Bagger die Geländestufen ausgehoben wurden.

Die Kinder und Eltern verlegten gemeinsam die Steine an den Geländestufen (Thomas Körner).

 

Resümee (pdf 7.87 kB)



Dieses Projekt wurde entwickelt von: Andreas Knittel (Architekt), Thomas Körner (Lehrer). Durchgeführt im Mai /Juni 2005 an der Volksschule Berndorf, 1. – 4. Klasse. Gefördert von at-s(Unterrichtsprojekt), Gemeinde Berndorf , Elternverein, (Realisierung).



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